Die zunehmende Verbreitung von Lachgas gefährdet nicht nur die Gesundheit - die Kapseln führen auch zu ernsthaften Problem bei der Müllentsorgung. Leere Flaschen gehören in die gelbe Tonne, Flaschen, die noch Gas enthalten, müssen als Sondermüll abgegeben werden, wie Martin Renner, Leiter der Thermischen Abfallbehandlung bei den Berliner Stadtreinigungsbetrieben, bei einer Pressekonferenz erklärte. Häufig landeten sie aber im Restmüll und damit in der Verbrennungsanlage.
Entsorger fordern Pfandsystem und Kennzeichenpflicht
Probleme mit Lachgas gibt es nicht nur in Berlin, sagt Annika Belisle von der Interessengemeinschaft der thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland, die 92 Anlagen in Deutschland vertritt. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) davon habe bei einer Umfrage im Jahr 2024 angegeben, mehr Explosionen zu verzeichnen. Nicht immer könne geklärt werden, ob die Explosion von einer Lachgasflasche ausgelöst wurde.
Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, um den Erwerb und Besitz von Lachgas für Minderjährige zu verbieten. Die Müllentsorger fordern zusätzlich ein Pfandsystem, damit weniger Flaschen im Müll landen. Außerdem brauche es eine Kennzeichenpflicht auf den Flaschen, die über die korrekte Entsorgung informiert.
«Es ist viel zu leicht erhältlich», kritisiert Marc Pestotnik, Referent der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin. Das Suchtpotenzial sei verhältnismäßig gering, allerdings gebe es hohe Risiken. Sie reichten von Ohnmacht bis zu Nervenschädigungen. «Die Anrufe in Giftnotrufzentralen sind international angestiegen.»
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