Schwedens Königin Silvia (82) setzt sich auf einer Fachtagung in Deutschland dafür ein, Kinder besser zu schützen und ihnen bestmöglich zu helfen, wenn sie Gewalt erleben. «Seit vielen Jahrzehnten begegne ich Kindern, deren Rechte verletzt wurden – oft im Verborgenen, oft zu lange», sagte sie in Berlin, wo sie eine Veranstaltung ihrer World Childhood Foundation besuchte.
«Diese Begegnungen haben mein Leben geprägt», sagte die Königin in einer Ansprache auf Deutsch. «Sie haben mich gelehrt, dass Kinderschutz kein Randthema ist, sondern ein Prüfstein für den Zustand der Gesellschaft, in der wir leben, und auch unserer rechtsstaatlichen Strukturen.»
Die Dunkelziffer der Betroffenen ist groß. Nach Einschätzung von Astrid Helling-Bakki, Vorständin der Stiftung in Deutschland, bleiben neun von zehn Fällen unentdeckt. Zu Gewalterfahrungen zählen körperliche Übergriffe, sexualisierte Gewalt und auch emotionaler Missbrauch.
Bei der Fachtagung sollte darüber gesprochen werden, wie der Kinderschutz verbessert werden kann. Wie kann zum Beispiel trotz kleinteiliger Strukturen erreicht werden, dass die Trainerin im Sportverein und der Klassenlehrer wissen, was zu tun ist, wenn ihnen etwas auffällig vorkommt?