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Berlin mobilisiert am Internationalen Roma‑Tag gegen Diskriminierung

Am Internationalen Roma-Tag wehen in Berlin vielerorts Roma-Flaggen. (Archivbild) / Foto: Fabian Sommer/dpa
Am Internationalen Roma-Tag wehen in Berlin vielerorts Roma-Flaggen. (Archivbild) / Foto: Fabian Sommer/dpa

In Berlin hissen Rathäuser Roma‑Fahnen; Workshops, Demo und Kulturprogramm thematisieren Antiziganismus und fordern Teilhabe.

Mit zahlreichen Veranstaltungen machen Politik und Gesellschaft am Mittwoch in Berlin gegen Diskriminierung von Sinti und Roma mobil. Aus Anlass des «Internationalen Tages der Rom*nja» wird an 13 Rathäusern in den Bezirken die Roma-Fahne gehisst, darunter in Schöneberg, Mitte, Friedrichshain und Lichtenberg. Zum Teil sind dabei auch Redebeiträge geplant, wie die Senatsverwaltung für Integration mitteilte.

An dem Tag beteiligen sich demnach auch verschiedene Organisationen und Institutionen. So bietet das Roma Informations Centrum am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in Tiergarten Workshops und Führungen an. Am Nachmittag um 15.00 Uhr startet am Denkmal ein sogenannter Demolauf zur Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Dort gibt es dann ab 18.00 Uhr ein Programm aus Film, Performance, Konzert und Party. 

Demo und Ausstellung

Im European Roma Institute for Arts and Culture in Mitte wird um 18.00 Uhr die Ausstellung «Yesterday is Tomorrow» (Gestern ist morgen) eröffnet. Sie umfasst Werke verschiedener Künstler, die traditionelle Handwerkstechniken haben wieder aufleben lassen.

Berlin Senatorin für Vielfalt und Antidiskriminierung, Cansel Kiziltepe (SPD), verwies darauf, dass Sinti und Roma auch heute diskriminiert und ausgegrenzt würden. «Das passiert auch in Berlin. Aber wir nehmen das nicht hin.» Der Berliner Senat setze sich mit zahlreichen Maßnahmen und gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Organisationen für gleichberechtigte Teilhabe dieser Minderheit, gegen Antiziganismus und Rassismus ein. 

Viele Vorbehalte gegen Sinti und Roma

Der jüngste, im Februar vorgestellte Berlin-Monitor hatte gezeigt, dass antiziganistische Einstellungen, also Ablehnung oder Vorbehalte gegen Sinti und Roma, in der Berliner Gesellschaft breit verwurzelt sind. 30 Prozent glauben der Umfrage zufolge, Sinti und Roma seien «nicht so zivilisiert», 45 Prozent gehen davon aus, dass deren Anwesenheit zu Konflikten führe. 

25 Prozent meinen, Sinti und Roma sollten aus den Innenstädten verbannt werden. 42 Prozent wiederum unterstützen die Aussage, dass Sinti und Roma durch ihr Verhalten selbst mit Schuld daran seien, dass sie diskriminiert würden. «Das Ausmaß der antiziganistischen Einstellungen ist erschütternd, aber leider nicht überraschend», hatte die Ansprechperson des Landes Berlin zu Antiziganismus, Alina Voinea, seinerzeit erklärt. 

Der Internationale Roma-Tag geht auf den ersten Welt-Roma-Kongress zurück, der vor 55 Jahren am 8. April 1971 in der Nähe von London stattfand. Zu dem Treffen kamen Vertreter aus verschiedenen Staaten.

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