Die Premiere des Farbfernsehens in Deutschland am 25. August 1967 begann mit einer Panne. Der damalige Vizekanzler Willy Brandt war auf das Gelände der Internationalen Funkausstellung (IFA) unter dem Berliner Funkturm gekommen, um vor laufenden Kameras mit einem großen roten Knopf das neue TV-Zeitalter zu starten.
Der Schalter war aber nur eine Attrappe, wie sich kurz danach herausstellte. Denn als der SPD-Politiker - eben noch in Schwarz-weiß zu sehen - den Knopf um 10.57 Uhr feierlich drückte, war es schon zu spät. Das übertragene Fernsehbild war bereits bunt. Wahrscheinlich hatte ein nervöser Techniker hinter der Bühne wenige Sekunden zu früh das Farb-TV aktiviert.
Um eine echte Weltneuheit hat es sich beim Start des Farbfernsehens aber nicht gehandelt. Schließlich konnten einige Fernsehzuschauer in den USA schon seit Mitte der 50-er Jahre bunte TV-Bilder empfangen - allerdings im qualitativ deutlich schlechteren Standard NTSC.
Deutschland setzte auf den von Walter Bruch bei Telefunken in Hannover entwickelten Standard PAL, der sich nach der IFA-Premiere in Westeuropa, Australien sowie etlichen Ländern in Südamerika, Afrika und Asien durchsetzen sollte. In der DDR kam die PAL-Technik aus Westdeutschland dagegen nicht zu Einsatz, weil sich der gesamte Ostblock für das französische System SECAM entschieden hatte.