Die Digitalsparte der Schwarz Gruppe, Muttergesellschaft von Lidl und Kaufland, will sich als europäische Alternative zu Cloud-Computing-Marktführern wie Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure aufstellen. «Das ist das Ziel, was wir haben», sagte Christian Müller, Co-Vorsitzender von Schwarz Digits, der Deutschen Presse-Agentur auf die Frage, ob man sich perspektivisch zutraue, ein «Hyperscaler» zu werden. So nennt man Cloud-Anbieter, die weltweit viele Server betreiben, um ihren Kunden in großem Umfang Speicher für Daten, Rechenleistung für Programme, KI und weitere Werkzeuge zur Verfügung zu stellen.
Milliarden-Investition in Rechenzentrum
Die Schwarz Gruppe investiert elf Milliarden Euro in ein neues Rechenzentrum in Lübbenau im brandenburgischen Spreewald. Es handelt sich um die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte. In dem neuen Rechenzentrum werden eigene Daten der Gruppe verarbeitet - also Daten aus Liefer- und Bestellprozessen, Bezahlvorgängen und Kundenbindungsprogrammen. Speicher und Rechenleistung sollen auch externen Kunden angeboten werden. Eine Zusammenarbeit wurde bisher unter anderem mit der Polizei Baden-Württemberg und der Bundesagentur für Arbeit vereinbart, die auch Vertreter zu der Konferenz nach Heilbronn schickten.
Cloud bedeutet, dass Speicherplatz, Datenbanken und verschiedenste Rechenleistungen aus vernetzten Rechenzentren über das Internet angeboten werden. Cloud-Anwender müssen sich dabei nicht selbst um die Wartung der Hard- und Software kümmern.
Die Ideen kommen von hier
Die Erzählung, dass die großen Entwicklungen aus den USA kämen und die Europäer nur bei der Regulierung - etwa von Künstlicher Intelligenz (KI) - Vorreiter seien, sei falsch, sagte Co-Chef Rolf Schumann. Er betonte: «Die Ideen kommen wirklich von hier.» Die USA seien vielmehr «ein Verkaufsmarkt».