15 Jahre nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche in Deutschland fordern Betroffene ein stärkeres staatliches Eintreten für die Entschädigung der Opfer. Die kommende Bundesregierung müsse mit den Partnern in der Kirche sprechen «und sich dafür einsetzen, eine Entschädigungslösung zu konstruieren im Austausch mit den Betroffenen», forderte Matthias Katsch, Geschäftsführer der Betroffeneninitiative «Eckiger Tisch» in Berlin.
Katsch bedauerte, dass viele Betroffene sexuellen Missbrauchs auch nach 15 Jahren nicht angemessen entschädigt würden. Es brauche einen unabhängigen staatlichen Vermittler, der über die Rechte der Opfer wache und eine Vermittlungsfunktion einnehme, forderte Katsch. Zuvor hatte die Initiative einen Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags verfasst und die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland für weitgehend gescheitert erklärt. Betroffene würden viel zu häufig alleine gelassen, beklagte Katsch.