Der Jahresanfang ist die klassische Zeit für gute Vorsätze. Dazu gehören oft mehr Bewegung, gezielte Erholungszeiten, ein bewussterer Umgang mit Stress und bei vielen auch weniger Tierprodukte auf dem Teller. Der Veganuary, eine Wortschöpfung aus "vegan" und "January", bietet dafür einen klaren Rahmen. Einen Monat lang steht Pflanzenkost im Mittelpunkt, ohne dass gleich das ganze Leben auf den Kopf gestellt werden muss. Statt Verzichtprogramm geht es um Neugier, Alltags¬tauglichkeit und ein bisschen Experimentierfreude in der Küche.
Ein Monat, der nachwirkt
Der Veganuary ist bewusst zeitlich begrenzt. Die Hürde, für immer vegan zu leben, wirkt für viele zu hoch, aber vier Wochen erscheinen machbar. Laut einer Auswertung der Kampagne bleiben mehr als ein Viertel der Teilnehmenden auch Monate später komplett vegan, die Mehrheit reduziert Tierprodukte deutlich.
Selbst wer danach wieder Mischkost isst, nimmt oft neue Gewohnheiten mit, vom Haferdrink im Kaffee über häufigere Linsengerichte bis zu weniger Wurst auf dem Brot. Auch im Handel hat das vegane Angebot in kurzer Zeit rasant zugelegt. Der Markt für pflanzliche Alternativen hat sich in Deutschland in den letzten Jahren deutlich vergrößert.

Gemeinsam kochen – mit frischen Zutaten entstehen schnell neue vegane Lieblingsgerichte. / Foto: freepik.com
Tipps für den Einstieg – klein anfangen, groß staunen
Für den Start hilft es, nicht die komplette Küche über Nacht umzubauen. Sinnvoll ist ein Blick auf die Alltagsroutine. Ein veganes Frühstück, ein pflanzliches Lieblingsgericht pro Woche und später vielleicht ein ganzer veganer Tag sind ein guter Anfang. Kochportale stellen einfache Rezepte bereit, von Gemüse-Currys über Ofengemüse bis zu Lasagne mit Linsenbolognese.
Hilfreich ist ein grober Wochenplan. Welche Gerichte passen zu Arbeit, Familie und Freizeit? Hülsenfrüchte wie Linsen oder Kichererbsen, Vollkornnudeln, Reis, Nüsse und saisonales Gemüse bilden die Basis. Wer gerne backt, entdeckt vegane Klassiker wie Bananenbrot oder Muffins mit Pflanzenöl statt Butter. Wichtig ist weniger Perfektion als eine gewisse Leichtfüßigkeit. Wenn ein Gericht misslingt, bleibt es ein harmloses Küchenexperiment und wird nicht zum moralischen Versagen.