Eine Einführung von Zugangsbeschränkungen für Berliner U-Bahnhöfe nach dem Vorbild von Paris oder London ist im Abgeordnetenhaus umstritten. Einen entsprechenden Antrag hatte die AfD-Fraktion in das Parlament eingebracht.
Sie ist dafür, den Zutritt zu Bahnsteigen und bahnsteignahen Bereichen grundsätzlich nur nach vorheriger Prüfung eines gültigen Fahrscheins zu ermöglichen. Viele Fahrgäste in der U-Bahn hätten Angst. «Zugangskontrolle schafft Sicherheit», argumentierte der AfD-Abgeordnete Rolf Wiedenhaupt. «Die U-Bahn ist keine Ersatzwohnung, kein Partykeller und kein Drogen-Verkaufsshop», ergänzte er.
Für die SPD wies Matthias Kollatz den Vorschlag zurück. Das sei realistischerweise in Berlin nicht umsetzbar, sagte er. Schon mit Blick auf U-Bahn-Aufzüge direkt auf Bahnsteigen sei ein solches geschlossenes System nicht machbar.
Linke-Abgeordneter Kristian Ronneburg wies ebenfalls auf den aus seiner Sicht zu großen Aufwand angesichts von 175 U-Bahnhöfen hin. Nur punktuell Stationen mit hohen Millionenausgaben umzubauen, sei ebenfalls nicht sinnvoll. «Wir lehnen Zugangssperren leidenschaftlich ab», sagte er. Auf diese Weise zum Beispiel obdachlose Menschen aussperren zu wollen, sei Sozialdarwinismus. Solche Sperren führten außerdem auch zu mehr Störanfälligkeit der U-Bahn.
Für mehr Sicherheit sind alle
Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) ging in der Debatte nicht direkt auf die Idee eines geschlossenen Systems ein. «Unser erklärtes Ziel ist, das Sicherheitsgefühl nicht nur gefühlt zu steigern, sondern ganz real für mehr Sicherheit zu sorgen», sagte sie. «Denn Mobilität ist Teil kritischer Infrastruktur.»
Ihr Parteikollege Christopher Förster hatte zuvor darauf hingewiesen, die CDU habe schon vor Jahren Zugangssperren gefordert. Damit ließen sich das Schwarzfahren reduzieren und die Sicherheit erhöhen.
Eine Diskussion über das Thema hatte es zuletzt im vergangenen Herbst gegeben, nachdem sich CDU-Fraktionschef Dirk Stettner für Zugangssperren an allen 175 U-Bahnhöfen der Stadt ausgesprochen hatte.
Die Kosten bezifferte er auf rund 400 Millionen Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren. Die BVG selbst wies damals darauf hin, dass ein geschlossenes System wie in London oder Paris mit Sperren an den Zugängen in Berlin schon allein aus baulichen Gründen kaum möglich sei.
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