Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Politik aufgefordert, schnell Konsequenzen aus dem tagelangen Stromausfall in Berlin zu ziehen. «Wir müssen in Deutschland mehr tun und insgesamt besser werden, um unsere Infrastruktur vor Anschlägen und Katastrophen zu schützen», sagte Steinmeier bei seinem Neujahrsempfang im Schloss Bellevue. «Das ist eine entscheidende Aufgabe der Politik, die dringend angepackt werden muss.»
Der größte Blackout in der Berliner Nachkriegsgeschichte war durch einen Brandanschlag vermutlich von Linksextremisten ausgelöst worden. Betroffen waren rund 100.000 Menschen im Südwesten der Hauptstadt. Am Mittwoch konnte der Schaden behoben werden.
«Zehntausende Menschen, darunter Kinder, Alte, Kranke und Pflegebedürftige, mussten bei eisigen Temperaturen tagelang ohne Strom, Licht und Heizung auskommen», sagte Steinmeier. Er sprach von einem «zynischen und rücksichtslosen Anschlag».
Der Bundespräsident hatte kurzfristig drei Einsatzleiter von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk zu seinem Neujahrsempfang eingeladen. Sie stünden stellvertretend für die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, THW und Bundeswehr sowie die oft ehrenamtlichen Helfer, die vielen Nachbarinnen und Nachbarn, Handwerker und Bezirksamtsmitarbeiter, die nach dem Stromausfall für die Betroffenen da gewesen sein, sagte er. «Sie haben einmal mehr bewiesen, wie viel Notfallkompetenz und wie viel Hilfsbereitschaft in unserer Gesellschaft stecken.»