Berlin (dpa/bb) - Handwerksbetriebe in Berlin haben viele Probleme. Der Senat will helfen, einige davon zu lösen. Dazu hat er am Dienstag das «Aktionsprogramm 2024-2026» beschlossen, wie Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) anschließend im Roten Rathaus bekanntgab. Sorgen gibt es im Handwerk mehr als genug: mangelndes Interesse bei Schulabgängern an einer Ausbildungsstelle, fehlende Fachkräfte, ein zu geringer Frauenanteil, zu wenig junge Meister oder Schwierigkeiten bei der Suche nach einem Nachfolger. Der Aktionsplan umfasst 26 Einzelmaßnahmen, die solche Problemfelder betreffen und gemeinsam mit der Handwerkskammer entwickelt wurden.
«Ehret das Handwerk»
Dabei sei das Handwerk auch in Berlin mit rund 29.500 Betrieben, 182.000 Beschäftigten und gut 8.500 Azubis ein veritabler Wirtschaftsfaktor. Giffey forderte dazu auf, sich wieder auf den alten Spruch «Ehret das Handwerk» zu besinnen.
Auch als Zeichen der Anerkennung ist deshalb geplant, für Meisterschüler im Handwerk einen Ausweis einzuführen, der beispielsweise Ermäßigungen in Museen, Theatern oder Schwimmbädern ermöglicht - ähnlich dem Studierendenausweis. Noch wichtiger: Junge Meister sollen ab 2024 nach bestandener Meisterprüfung einen Bonus von 5.000 Euro erhalten, Meisterinnen 6.000. Dafür seien in diesem Jahr 1,2 Millionen Euro eingeplant, im nächsten dann 2,2 Millionen.
Frauen bekommen höheren Bonus
Warum Frauen mehr bekommen? «Wir wollen einen zusätzlichen Anreiz schaffen, um ein ausgeglicheneres Verhältnis hinzubekommen», sagte Giffey. Bisher gebe es deutlich mehr Männer, die sich für diese Weiterqualifizierung entschieden.
Das «Aktionsprogramm Handwerk» ist nicht neu. Berliner Handwerk und Senat arbeiten seit Langem zusammen. Solche Vereinbarungen über Maßnahmen gab es bereits sechsmal, zuletzt mit 28 Maßnahmen für den Zeitraum von 2021 bis 2023 - zum Teil auch solche mit ähnlicher Stoßrichtung.