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Mutmaßlich rechtsextreme Angriffe verunsichern queere Community in Cottbus vor CSD

So sah es im vergangenen Herbst bei der Demonstration zum 17. Christopher Street Day in Cottbus aus. (Archivbild) / Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
So sah es im vergangenen Herbst bei der Demonstration zum 17. Christopher Street Day in Cottbus aus. (Archivbild) / Foto: Frank Hammerschmidt/dpa

Mutmaßlich rechtsextreme Angriffe in Cottbus verunsichern die queere Community vor dem CSD. Polizei und Organisatoren bereiten Schutzmaßnahmen vor.

Die mutmaßlich rechtsextremen Angriffe in Cottbus sorgen bei der queeren Community im Vorfeld des Christopher Street Day (CSD) am kommenden Wochenende für Besorgnis. «Ja, das verunsichert», sagte CSD-Vorstandsmitglied Christian Müller der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings sei auch viel Zuspruch und Solidarität zu erleben. 

Bislang ist laut Polizei keine Gegendemonstration zum CSD am Samstag (11. Juli) angemeldet. Rechtsextreme Gruppen mobilisieren immer wieder gegen Veranstaltungen der queeren Community und rufen zu Störaktionen auf. 

CSD schon 2025 unter erhöhtem Polizeischutz

Im vergangenen Oktober feierte Cottbus bereits unter erhöhtem Polizeischutz den CSD. Es kam zu Protesten aus der rechtsextremen Szene. 

«Wir sind vorbereitet auf Gegenaktivitäten und mit der Polizei im Gespräch», sagte Müller vom CSD Cottbus. Im vergangenen Jahr kam es vor dem CSD auch zu einem Brand vor dem Veranstaltungsort «Regenbogenkombinat». Regenbogenfahnen wurden beschädigt. 

Die Organisatoren rechnen in diesem Jahr mit 500 Teilnehmern bei der CSD-Demonstration. Sollte eine Störaktion geplant sein, könnten es auch schnell mehr werden, meinte Müller. 

CSD-Verein: Queere Menschen zeigen sich kaum offen

Er schilderte, die Stimmung unter queeren Menschen in Cottbus sei im Alltag seit langem von Unsicherheit geprägt. Sichtbar queere Menschen gebe es im Stadtbild aus Angst vor Anfeindungen und Gewalt nur wenige. «Wenn du als queer wahrgenommen wirst, ist die Gefahr groß. Die, die sich zeigen, kann man an drei Fingern abzählen», schilderte Müller. Viele überlegten sich genau, wie sie auftreten würden - selbst kleine Regenbogen-Accessoires am Rucksack würden lieber weggelassen. 

Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf das alternative Wohnprojekt «Zelle 79» in Cottbus ermitteln Staatsschutz und Mordkommission wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Die Polizei geht von zwei Tätern aus, die aus dem rechtsextremistischen Spektrum kommen. Zudem prüfen die Ermittler eine versuchte Brandstiftung an einem Club. Der Staatsschutz ermittelt auch, weil wenig später eine Scheibe an einem Grünen-Büro zerstört wurde.

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