Wegen der rechtswidrigen Vergabe von Fördermitteln gegen Antisemitismus muss Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson gehen. Am Freitag kündigte die parteilose Politikerin ihren Rücktritt an. Die 56-Jährige zog damit Konsequenzen aus einem Bericht des Landesrechnungshofs, der die Förderung von 13 Projekten im Bereich der Antisemitismusprävention in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro als rechtswidrig bewertet hatte. Eine Nachfolge steht bislang nicht fest. So reagieren wichtige Vertreter der Berliner Kulturszene.
Franziska Stoff - Vorständin der Berliner Kulturkonferenz
Die Vertreterin des größten Bündnisses der Berliner Kulturverbände forderte rasch Stabilität an der Spitze der Kulturverwaltung. «Die Gemengelage insgesamt ist natürlich eine Gefahr für die Kulturförderung in der Stadt und für die Kultur insgesamt», sagte sie dem RBB. Es sei wichtig, dass jetzt Stabilität einkehre und der oder die Nachfolgerin von Wedl-Wilson für die Kultur kämpfe, gerade mit Blick auf knappe Kassen und die schwierige Haushaltslage. Stoff betonte, dass «sehr, sehr viele gute Sachen» unter Wedl-Wilson passiert seien - «die sollte man nicht vergessen».
Thomas Fehrle - Direktor der Deutschen Oper Berlin
Der Direktor der Deutschen Oper und Vorsitzende des Landesverbandes Bühnenverein bedauerte den Rücktritt der Senatorin. «Mir tut es persönlich sehr leid für Sarah, weil sie hat das wirklich sehr engagiert gemacht und war auch kompetent oder ist kompetent, was ja auch nicht selbstverständlich ist in dem Bereich», sagte Fehrle dem RBB. Fehrle äußerte Zweifel an einer Neubesetzung des Amtes zwei Monate vor der parlamentarischen Sommerpause und schlug vor, dass der Regierende Bürgermeister das Amt zu sich nehmen und über seine Staatssekretärin den Bereich stärken könnte.