Am heutigen Mittwoch soll im Oranienburger Ortsteil Lehnitz eine 500 Kilogramm schwere Bombe entschärft werden. Das ist selbst für die Stadt, in der jährlich zig Sprengmittel gefunden werden, etwas Besonderes. «500 Kilogramm haben wir schon lange nicht mehr gehabt», sagte eine Sprecherin der Oranienburger Stadtverwaltung. «Das ist etwas, was vom Umfang schon besonders ist.» Im Jahr 2024 sei die letzte Bombe mit 500 Kilogramm entschärft worden – davor im Jahr 2020. In beiden Fällen wurde der Zünder herausgedreht, sagte die Sprecherin. Für die Entschärfung wird das Gebiet im Umkreis von etwa 1.000 Metern um den Fundort ab 8.00 Uhr gesperrt. Knapp 4.700 Menschen müssen den Bereich bis zum Abschluss der Arbeiten verlassen, teilte die Stadtverwaltung mit. Neben den Wohnhäusern sind verschiedene Einrichtungen betroffen. «Unter anderem befinden sich hier die Grundschule, die Kita und der Hort Lehnitz, die Frieda-Glücksmann-Oberschule, das Friedrich-Wolf-Haus, eine Senioreneinrichtung für altersgerechtes Wohnen, die Gemeinschaftsunterkunft, ein Teil des Oder-Havel-Kanals, der S-Bahnhof Lehnitz sowie die Gleisanlagen zwischen S-Bahnhof Lehnitz und S-Bahnhof Borgsdorf» in dem Sperrkreis, schrieb die Stadtverwaltung. Die Bombe amerikanischer Bauart war im Rahmen der systematischen Kampfmittelsuche gefunden worden. Sie befindet sich nach Angaben der Stadtverwaltung «circa sechseinhalb Meter tief in der Erde». Der Sprengkörper ist mit «einem intakten, chemischen Langzeitzünder versehen». Zwischen 8.00 und 10.00 Uhr verkehren die S-Bahnen regulär, halten aber nicht am S-Bahnhof Lehnitz. «Danach verkehren die Züge der Linie S1 nur ab und bis Birkenwerder», so die Stadtverwaltung. Der Bahnhof Borgsdorf werde dann ebenfalls so lange nicht mehr angefahren, wie der Sperrkreis besteht. Ab circa 9.30 Uhr richtet die S-Bahn einen Busnotverkehr zwischen Oranienburg und Birkenwerder ein. Die Regionalbahnen fahren laut Stadtverwaltung noch bis 10.00 Uhr. Danach ist der Regionalbahnverkehr bis zum Abschluss der Bombenentschärfung unterbrochen. Es soll Ersatzfahrpläne geben. Die Region um Oranienburg ist stark durch Bomben mit chemischen Langzeitzündern belastet. Im Zweiten Weltkrieg war unter anderem wegen besonderer Bodenverhältnisse in Oranienburg ein Großteil der Bomben nicht explodiert, sodass eine hohe Zahl an Blindgängern im Boden vermutet wird. Bundesweit sei keine Region bekannt, die derartig durch Bomben mit chemischen Langzeitzündern belastet sei wie Oranienburg, sagte ein Sprecher des Innenministeriums vor einiger Zeit. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenSchwere Munition: Was ist diesmal besonders?
4.700 Menschen betroffen: Wie groß ist der Sperrkreis?
Systematische Absuche: Wie wurde die Bombe gefunden?
Kommt es zu Verkehrsbehinderungen?
Oranienburg ständig von Entschärfungen betroffen