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Verschollenes Heisig-Gemälde kehrt ins Militärhistorische Museum nach Dresden zurück

Verschollenes Heisig-Gemälde kehrt ins Militärhistorische Museum nach Dresden zurück
Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden bereitet eine Ausstellung unter dem Titel «Kunst auf Kommando? Werke zur Nationalen Volksarmee der DDR» vor, die vom 9. Oktober an bis Ende August 2027 zu sehen ist (Archivbild). / Foto: Robert Michael/dpa
Gemälde von Bernhard Heisig stellen die Kontinuität deutscher Militärgeschichte in den Mittelpunkt. Ein verschollen geglaubtes Bild kehrt nun nach Dresden zurück.

Ein verschollen geglaubtes Gemälde von Bernhard Heisig (1925-2011) kehrt an seinen angestammten Platz zurück - ins Militärhistorische Museum der Bundeswehr (MHMBw) nach Dresden. Dessen Vorgängereinrichtung - das Armeemuseum der DDR - hatte das Gemälde «Begegnung mit Bildern» aus den Anfängen der 1980er Jahre später als Leihgabe der Nationalgalerie in Berlin übergeben. Zuletzt galt es als «nicht mehr existent». Provenienzforschung brachte es nun wieder zutage. Am Donnerstag wurde es nach seiner Restaurierung in Dresden der Öffentlichkeit präsentiert. 

Provenienzforschung nach verschollenem Gemälde

In Vorbereitung einer neuen Ausstellung hatte das MHMBw zu seinen Kunstbeständen aus DDR-Zeiten geforscht. Das besagte Gemälde Heisigs war im Armeemuseum inventarisiert, das 1994 in Militärhistorisches Museum der Bundeswehr umbenannt wurde. Das Bild befand sich aber nicht mehr im Bestand. Ein Vermerk in der Online-Sammlungsdatenbank der Neuen Nationalgalerie Berlin zu einem Gemälde gleichen Titels von Heisig führte zu einer Anfrage in Berlin, teilte das Museum mit.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Neuen Nationalgalerie und des Zentralarchivs der Staatlichen Museen zu Berlin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) forschten zur Provenienz des dort aufgeführten Gemäldes und erlangten Gewissheit. «Nicht immer lässt sich die Provenienz von Kulturgut lückenlos rekonstruieren. Zentral ist es, die Geschichten transparent zu erzählen – mitsamt ihren Leerstellen», erklärte Marion Ackermann, Präsidentin der SPK. Auf der Grundlage gemeinsamer Recherchen könne man dem Militärhistorischen Museum nun ein bedeutendes Werk zurückgeben.

Militärhistorisches Museum besitzt mehrere Werke von Heisig

«Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr besitzt mehrere wichtige Gemälde von Bernhard Heisig. Dennoch ist es etwas ganz Besonderes, dass dieses Werk nach Dresden zurückkehrt», erklärte Oberst Rudolf J. Schlaffer. «Der Ansatz von Heisig, die Begegnung mit Bildern vergangener Kriege als Chance zu sehen, nachzudenken und eine eigene Haltung zu entwickeln – dieser Ansatz prägt auch die Arbeit des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr.»

Ähnlichkeiten von NVA- und Wehrmachtsuniform

Heisig hatte seit Ende der 1970er Jahre unter dem Titel «Begegnung mit Bildern» mehrere Einzelwerke sowie ein Triptychon geschaffen, von denen wiederum jeweils mehrere Fassungen existierten. Das alles erschwerte es, die Werkidentität des in Dresden inventarisierten Bildes eindeutig zu bestimmen - ein Porträt von Heisigs Sohn Walter. Er war 1975 zur Nationalen Volksarmee (NVA) eingezogen worden und hatte seinen Vater im Atelier besucht. Dabei bemerkte der Maler die Ähnlichkeit der NVA-Uniform mit der Wehrmachtsuniform, hieß es. 

Heisig wollte Kontinuität des deutschen Militarismus zeigen

«Durch die Begegnung mit Bildern seines Großvaters aus dem Ersten Weltkrieg und seines Vaters aus dem Zweiten Weltkrieg wollte Heisig seinen Sohn für die Kontinuität des deutschen Militarismus sensibilisieren», erklärte das Museum. Im Hintergrund nimmt Heisig Bezug auf das Triptychon «Der Krieg» von Otto Dix. Ein Soldat aus dem Ersten Weltkrieg blickt über den Porträtierten hinweg. Das Gemälde ist nun Teil der Ausstellung «Kunst auf Kommando? Werke zur Nationalen Volksarmee der DDR», die vom 9. Oktober an bis Ende August 2027 zu sehen ist.

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