Für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) hat das Kino eine besondere Gabe. «Es lässt einen manchmal die Welt schärfer sehen, als wir im Alltag sie erleben», sagte Steinmeier am Dienstagabend in Berlin beim Fest der Produktionsallianz. In seiner Rede erwähnte er dann zwei Filme.
Zum einen sprach er darüber, wie sich ein Abend im Freiluftkino anfühlen kann. «Gespielt würde "Sommer vorm Balkon" von Andreas Dresen. Und stellen wir uns vor, wir sinken ein in den Liegestuhl, der Himmel hinter der Leinwand ist gerade noch lavendelblau.»
Wer vor der Leinwand sitze, habe die Chance, sich in eine andere Welt tragen zu lassen. Und man begebe sich auf diese Reise nicht alleine. Im besten Fall komme man verändert zurück. «So ging es mir erst vor kurzem, als ich "Gelbe Briefe" von İlker Çatak gesehen habe», sagte Steinmeier. Der Film gewann in diesem Jahr den Goldenen Bären der Berlinale.