Der Schriftsteller Peter Schneider ist tot. Er starb bereits am Dienstag im Alter von 85 Jahren, wie der Verlag Kiepenheuer & Witsch in Köln mit Berufung auf seine Familie mitteilte. «Wir verlieren einen loyalen Freund, einen wachen Geist und einen großen Stilisten.»
Der in Lübeck geborene Autor, der in Berlin lebte, galt als hellsichtiger Essayist mit dem Mut zum Anecken und als vielseitiger Autor, der in verschiedenen literarischen Gattungen zu Hause war - bis hin zum Drehbuch. Regelmäßig beschäftigte er sich in seinen Werken auch mit gesellschaftspolitischen Themen - und das über einen Zeitraum von mehr als einem halben Jahrhundert.
Bekannt wurde er mit seiner Erzählung «Lenz» (1973), die gerade für die Generation der 68er zur identitätsstiftenden Lektüre wurde. Darin setzt sich der Autor nicht zuletzt mit den Illusionen von Intellektuellen und Künstlern über ihre Bedeutung in der Gesellschaft und der deutschen Vergangenheit auseinander.