Eine Studie über den Stardirigenten Herbert von Karajan (1908-1989) will seine NS-Vergangenheit differenzierter bewerten als bisher. Der renommierte deutsche Historiker Michael Wolffsohn arbeitete die Schattenseiten des Musikers im Auftrag des Eliette und Herbert von Karajan Institut in Salzburg neu auf. Karajan sei kein aktiver Mitläufer gewesen, sagte der Forscher über das einstige NSDAP-Parteimitglied.
Der Dirigent habe geglaubt, dass es eine Autonomie der Kunst gegenüber der Politik gebe, erklärte der Historiker der Deutschen Presse-Agentur. In seiner Studie, die am 16. Februar als Buch erscheint, kommt Wolffsohn zum Schluss, dass Karajan kein «Gesinnungsnazi» war, sondern sich aus Opportunismus der Partei anschloss.