Als Folge von Kolonialismus, Kriegen oder Unterdrückung wird Kunst immer wieder zur Beute von Herrschenden. Das Berliner Humboldt Forum hat sich in Kooperation mit dem Mauritshuis in Den Haag zehn Beispiele aus drei Epochen vorgenommen, um die oft lange Zeit nachwirkenden Folgen zu dokumentieren. Die Ausstellung «Kunst als Beute. 10 Geschichten» zeigt von Freitag an bis zum 26. Januar Exponate, die während der napoleonischen Kriege, der Kolonialzeit und der Zeit des Nationalsozialismus geraubt wurden.
Berliner Quadriga bei Napoleon
So ist etwa ein in Kupfer getriebener Pferdekopf zu sehen, das einzig original erhaltene Stück der Quadriga. Das 1793 auf dem Brandenburger Tor installierte Vierergespann stammt von Johann Gottfried Schadow (1764-1850). Napoleon ließ 1806 die vier Pferde nebst Wagen und Siegesgöttin nach Paris verfrachten, wo sie einen Triumphbogen zieren sollten. Acht Jahre später kehrte die Quadriga nach Berlin auf ihren Platz zurück. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Gruppe weitgehend zerstört. 1957 wurde die Quadriga rekonstruiert, Basis dafür war eine Gipsabformung, die 1942 vom zwischenzeitlich restaurierten Original abgenommen worden war.