Choreographin Sasha Waltz (63) tanzt wieder selbst. Im Berliner Radialsystem ist die neue Produktion «for the time being» uraufgeführt worden - und zum ersten Mal seit 18 Jahren ist sie damit auch selbst als Tänzerin wieder fester Teil eines ihrer Stücke im Radialsystem.
«Ich hatte mir vorgenommen, dass ich, wenn ich 60 bin, wieder anfangen möchte. Das habe ich jetzt auch geschafft», hatte Waltz vorab erzählt. Ihr Ensemble Sasha Waltz & Guests gilt als eine der wichtigsten Institutionen für zeitgenössischen Tanz.
Gemeinsam mit sechs anderen Tänzerinnen und Tänzern steht Waltz am Dienstagabend mitten im Saal. Das Publikum muss vorab seine Schuhe ausziehen, die Handys wegpacken und sitzt um die Tanzfläche herum. Damit kommen Zuschauer den Tänzern sehr nah.
Waltz habe gemeinsam mit einer Gruppe von Tänzerinnen und Tänzern sowie Musik von Diego Noguera eine Praxis «zum kollektiven Erleben des Moments» entwickelt, erklärt das Ensemble. Das Stück, das ohne Bühnenbild auskommt und in dem improvisiert wird, wird auch in den nächsten Tagen aufgeführt.