loading

Nachrichten werden geladen...

Veröffentlicht mit CMS publizer®

Künstler sammelt 5.000 Kuscheltiere in Potsdam – Appell für mehr Kinderschutz

Mit 5.000 Kuscheltieren will der Künstler ein Zeichen setzen. / Foto: Michael Bahlo/dpa
Mit 5.000 Kuscheltieren will der Künstler ein Zeichen setzen. / Foto: Michael Bahlo/dpa

Künstler Martin Schüler stellt vor dem Potsdamer Landtag 5.000 Kuscheltiere aus und fordert mehr Hinsehen bei Kindeswohlgefährdungen.

«Ich war einer von denen, die eigentlich nur Anschluss an diese Welt bekommen haben, weil es halt eben Hilfen gab.» Martin Schüler steht auf dem Alten Markt vor dem Potsdamer Landtag und ist umringt von Kindern. Sie fragen ihn, warum dort denn eine Wand voll Tausender Kuscheltiere steht. Er beugt sich zu ihnen und antwortet: «Sie sollen ein Zeichen dafür sein, dass man sich gut um euch kümmern soll.» 

Der 30 Jahre alte Künstler kommt aus Cottbus und erklärt, er wisse, wie es sei, eine schwierige Kindheit zu haben. «Ich bin selber im Kinderheim aufgewachsen. Und ich war auf einer Förderschule.» Zu seinen Eltern stehe er im guten Kontakt. Aber es sei wichtig, dass in entscheidenden Momenten Menschen hinschauen und helfen.

Mehr Hinsehen - bei Kindeswohlgefährdungen und Missbrauch

«Meine Forderung ist mehr Hinsehen», beschreibt Schüler deshalb seine Mission. Die Zahlen der Kindeswohlgefährdung und der Missbrauchsfälle beunruhigten ihn. «Es geht vor allem auch darum, dass wir den normalen Menschen auf der Straße klarmachen: Wir sind die Gesellschaft!» Man müsse füreinander einstehen.

Deswegen hat er einen Aufruf gestartet, rund 5.000 Kuscheltiere gesammelt und diese Kunstaktion gestartet, um ins Gespräch zu kommen - hier mitten in Potsdam. Auch einige Landtagsabgeordnete spendeten Kuscheltiere für die Ausstellung.

Seine Kuschelkatze hatte der Künstler dabei

Eigentlich wollte der Künstler, dass die Abgeordneten die Kuscheltiere mit zur Landtagssitzung in den Saal nehmen - und ein Zeichen für Kinderschutz setzen. Geklappt hat das nicht. Aber er selbst sei ins Gebäude gekommen. «Vorhin hat man mich mitgenommen in den Landtag und zumindest meine eigene Kuschelkatze durfte ich mit reinnehmen.» 

Er habe an einem Tisch mit Abgeordneten gesessen und Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke schaute auch draußen bei der Installation vorbei. Einen Punkt kann Schüler so noch loswerden: «Wenn teilweise Grabenkämpfe entstehen, wo Finanzierung immer wieder auf der Kippe steht, dann macht mich das unglaublich traurig.» Und er kündigt an: Er will wieder kommen - im Kampf um Kinderschutz und Kinderrechte.

Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten