Die Berlinale steckt in einer Krise ungeahnten Ausmaßes: Nach politischen Kontroversen, Protesten aus der Kulturbranche und einer Sondersitzung des Aufsichtsrats wird über das mögliche Ausscheiden von Intendantin Tricia Tuttle diskutiert. Eine Entscheidung wurde erst einmal vertagt. Was ist passiert - und was wären die Konsequenzen, falls die Leiterin ihren Posten abgibt?
Was ist eigentlich los?
Die Berlinale - eines der international großen Filmfestivals - macht auch nach ihrem Ende weiter Schlagzeilen. Erneut ist eine Debatte über den Umgang mit dem Nahostkonflikt entbrannt. Dabei wird Kritik von mehreren Seiten geäußert. Deutsche Politiker - darunter Kulturstaatsminister Wolfram Weimer - kritisierten die Rede eines syrisch-palästinensischen Filmemachers.
Regisseur Abdallah Alkhatib («Chronicles From the Siege») hatte während der Preisverleihung am Wochenende scharfe Kritik an der Haltung der Bundesregierung im Gaza-Krieg geäußert. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) verließ aus Protest den Saal, auch Weimer (parteilos) und Berlins Regierungschef Kai Wegner (CDU) kritisierten die Rede.