Sich mit Kunst zu beschäftigen, Kunst gar zu kaufen – das ist für viele Leute nichts als Luxus. Kein Wunder: Die Kunstwelt erscheint elitär, im Museum herrschen viele Regeln und ohne Geld kommt man nicht weit. Dabei gibt es eine Alternative, die jeden einlädt zu gucken, ob ein bisschen Kunst den Alltag nicht doch versüßen könnte: Artotheken.
Dabei handelt es sich um Bibliotheken für Kunstwerke. Mehr als 100 solcher Artotheken gibt es laut dem Artothekenverband Deutschland verteilt übers ganze Land, von Kiel über Chemnitz bis Friedrichshafen. Oft sind sie Teil einer städtischen Bibliothek, manchmal werden sie von Kunstvereinen oder Museen organisiert.
Eine davon findet sich in der Amerika-Gedenkbibliothek in Berlin. Jeder, der über einen Bibliotheksausweis verfügt, hat dort Zugang zu einer Kunstsammlung, die seit 1969 kontinuierlich wächst. Rund 300 der insgesamt 2.000 Werke schmücken derzeit Wohnungen, aber auch Arztpraxen oder Anwaltskanzleien in ganz Berlin. In der Sammlung ist für jeden was dabei: «Es ist super unterschiedlich, was hier hängt, so wie halt auch unsere Nutzenden super unterschiedlich sind», erklärt Katharina Bühler, Leiterin des Referats Künste der Amerika-Gedenkbibliothek.