Mit ihrem Spielfilmdebüt hat die Regisseurin Annika Pinske einen kleinen Hit gelandet. «Alle reden übers Wetter» lief vor zwei Jahren auf der Berlinale und begeisterte Zuschauer und Kritikerinnen. Weil da eine Geschichte erzählt wurde, die man so nicht oft hört oder sieht. Unsentimental erzählt Pinske von einer jungen Frau aus der ostdeutschen Provinz, die sich aus dem Arbeitermilieu in die Akademikerwelt hochgearbeitet hat.
Das Drama, das am 6. Mai auf dem ARD-Sender One läuft (20.15 Uhr), ist ein sehr zeitgemäßer Film. Es geht um deutsche Diskurse der Gegenwart: Wo sieht man noch heute Unterschiede im Leben von Ost- und Westdeutschen? Was macht das Dorfsterben mit den Menschen? Und kann man seine Herkunft eigentlich hinter sich lassen?
Pinske, Jahrgang 1982 und aufgewachsen in Frankfurt/Oder, hat aus diesen Themen eine leise, tragikomische und genau beobachtete Sozialstudie gemacht.