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Bundespräsident besucht früheres Stasi-Gefängnis

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besichtige im früheren Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen mehrere Trakte mit Zellen.  / Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besichtige im früheren Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen mehrere Trakte mit Zellen. / Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Düstere Zellen und Isolation: Ex-Häftlinge erzählen Frank-Walter Steinmeier von Angst und Demütigung im Stasi-Gefängnis. Was der Bundespräsident von einem Besuch in der Gedenkstätte mitnimmt.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat im früheren Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen an die Opfer der SED-Diktatur erinnert. «Dies ist ein Erinnerungsort an Willkür und Gewaltherrschaft», sagte er nach einem Rundgang durch die Gedenkstätte und nach Gesprächen mit früheren Gefangenen. «Es ist aber auch ein Ort, an dem wir uns erinnern, dass der Wunsch der Menschen nach Freiheit am Ende nicht dauerhaft unterdrückt werden kann.» 

Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR betrieb in Hohenschönhausen jahrzehntelang ihre zentrale Untersuchungshaftanstalt. Politisch verfolgte Menschen mussten dort auf ihren Prozess warten und wurden in speziellen Räumen auch verhört. Insgesamt sperrte die Stasi in dem Komplex von 1951 bis 1989 rund 11.000 Untersuchungsgefangene ein. 

Zellen und Verhörräume 

Steinmeier schaute sich unter anderem zwei Trakte mit Hafträumen an, darunter das bis in die 1960er Jahre genutzte «U-Boot» mit fensterlosen Zellen in einem Keller. Weitere Besuchsstationen waren Verhörräume, ein Gefangenentransporter und ein enger Hof, in dem die Häftlinge beim Freigang etwas frische Luft atmen oder sich bewegen konnten. 

Drei Zeitzeugen erzählten dem Bundespräsidenten über ihre monatelange Haftzeit und berichteten von systematischer Erniedrigung, Demütigung und Schikane durch die Stasi-Bediensteten. 

Renate Werwigk-Schneider etwa versuchte 1963 und 1967 zweimal vergeblich, aus der DDR zu flüchten, und saß danach zweimal in Hohenschönhausen in Untersuchungshaft. «System war Isolation und Angstmache», schilderte sie. «Am schlimmsten waren die Glasbausteine im Zellenfenster, durch die man nicht nach draußen schauen konnte.» 

Bundespräsident mahnt

Tausende Inhaftierte hätten in dem Gefängnis entsetzliches Unrecht erfahren, sagte Steinmeier nach seinem Besuch, bei dem er einen Kranz an einem Denkmal für Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft niederlegte. Er habe großen Respekt davor, dass einige der früheren Inhaftierten an einem Ort, an dem sie so viel Leid erfahren hätten, sich heute etwa bei Führungen einbringen. 

Es sei wichtig, gerade jungen Menschen davon zu berichten und ihnen gleichzeitig eine Mahnung mit auf den Weg zu geben, so der Bundespräsident: «Alles dafür zu tun, dass Verhältnisse (...) von loser Willkür statt Rechtsstaatlichkeit in diesem Lande nie wieder einkehren dürfen.»

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