Berliner Philharmoniker nach 26 Jahren wieder in Argentinien
Erstmals seit mehr als 26 Jahren treten die Berliner Philharmoniker wieder in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires auf. An drei Abenden spielt das traditionsreiche Orchester unter Leitung von Chefdirigent Kirill Petrenko diese Woche im berühmten Teatro Colón. Das Programm präsentiert «den ganzen klanglichen Reichtum der Spätromantik, mit Brahms' Klavierkonzert Nr. 1, Tschaikowskys Vierter Symphonie, 'Also sprach Zarathustra' von Strauss und Elgars 'Enigma-Variationen'», verspricht das Ensemble auf seiner Website. Die bereits im Vorfeld viel beachteten Konzerte in der Partnerstadt Berlins stellen zugleich den Schlusspunkt einer Tournee dar, die die Philharmoniker zuvor auch nach New York, Bogotá und São Paulo geführt hatte. Als Pianist sprang kurzfristig der Isländer Víkingur Ólafsson ein, der für den verletzten Daniil Trifonov spielt. Vor 26 Jahren schon mit dabei in Südamerika war Bratschist Martin Stegner, der sich auf das Teato Colón besonders freut: «Das ist ein so einzigartiges Gebäude mit einzigartiger Geschichte.» Habe er damals den Ort zwischen «all den anderen Eindrücken kaum wahrgenommen», möchte er jetzt die Aura des Opernhauses bewusst einatmen. Das Teatro Colón gilt als eines der eindrucksvollsten Opernhäuser der südlichen Hemisphäre. Es wurde von den Architekten Francisco Tamburini, Víctor Meano und Jules Dormal entworfen und zwischen 1890 und 1908 erbaut. Es hat eine überbaute Fläche von 37.884 Quadratmetern auf sieben Stockwerken und verfügt über 2.500 Sitz- und 1.000 Stehplätze. An dem legendären Opernhaus waren auch viele Künstler engagiert, die in Deutschland oder Österreich gewirkt hatten. Darunter Dirigenten wie Felix Weingartner am Anfang der 20er Jahre und später Erich Kleiber, der vor den Nationalsozialisten nach Argentinien floh und mehrere Jahre das musikalische Leben am Teatro Colón prägte. Nach der 2010 abgeschlossenen Renovierung gab auch der aus Argentinien stammende ehemalige Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden in Berlin, Daniel Barenboim, mehrere Konzerte im Teatro Colón. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenBeeindruckendes Opernhaus