Er nennt sich «Denker im Dienst» und «Künstler ohne Werk». Bazon Brock ist aber vor allem eines: ein wortgewaltiger Philosoph im Kunstbetrieb. Und Alter spielt da keine Rolle. Am 2. Juni wird der emeritierte Wuppertaler Ästhetik-Professor und Weggefährte von Joseph Beuys (1921-1986) 90 Jahre alt.
Brock fragt man nicht einfach, wie es ihm geht. Die Antwort ist eine Philosophie für sich: «Ich verfolge die apokalyptische optimistische Haltung, wie sie für Europa individuell wie auch kulturell und theologisch vermittelt ist», sagt er der Deutschen Presse-Agentur. «In meinem Ende liegt mein Anfang.»
Die Frage nach dem Ruhestand ist für Brock mehr oder weniger eine Beleidigung: «Jeder, der intelligent ist, hat noch nie an so etwas gedacht, wie sich zur Ruhe zu setzen.» Schon zu seinem 85. Geburtstag hatte der Denker mit dem schlohweißen Haar gewarnt: «Alte Leute sind gefährlich, ihnen ist die Zukunft völlig egal.»