Rund zwei Stunden Krisensitzung im Kanzleramt, dann ist klar: Tricia Tuttle bleibt an der Spitze der Berlinale. Eine Existenzkrise des renommierten Festivals ist damit wohl vorerst abgewendet. Allerdings gibt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) der Intendantin «Empfehlungen für eine Stärkung des Festivals» mit auf den Weg. Dazu gehört ein «beratendes Forum», also eine Art Beirat, und ein «Verhaltenskodex».
Was das genau bedeutet und wie die Berlinale diese Empfehlungen umsetzt, ist offen. Im Kern geht es um das heikle Thema Freiheit der Kunst. Oder anders gesagt: Wie weit darf der Staat Einfluss nehmen auf diese mit Steuergeld geförderte Kulturinstitution?