Schwer bewaffnete Einsatzkräfte in Wohngebieten, gewaltbereite Fußballfans und mit Jacken und Decken vor Blicken geschützte abgeführte Verdächtige: Die Bundespolizei hat in mehreren Bundesländern Wohnungen von 31 mutmaßlichen Gewalttätern durchsucht. Hintergrund für die Aktion war eine Auseinandersetzung im vergangenen Herbst, als ein Sonderzug in Brandenburg durch eine Notbremse gestoppt wurde und Anhänger der Fußball-Drittligisten Hansa Rostock und Rot-Weiss Essen brutal aufeinandergetroffen waren.
Die Ermittlungen richteten sich gleichermaßen gegen beide Fangruppen, sagte Bundespolizei-Sprecherin Alina Müller. Die Razzia begann am frühen Morgen in mehreren Objekten in Nordrhein-Westfalen - darunter Essen und Oberhausen - sowie Mecklenburg-Vorpommern. Auch die Räumlichkeiten eines Fanprojekts in Essen wurden von Polizisten durchsucht, ebenso jeweils ein Objekt in Berlin und Brandenburg.
470 Bundespolizisten waren im Einsatz. In fünf Fällen hätten die Tatverdächtigen Widerstand gegen die Durchsuchung geleistet. Bilder zeigen, wie Polizeibeamte vereinzelt Verdächtige aus durchsuchten Häusern abführen. Alle 31 Verdächtigen seien laut der Polizei bereits wegen Gewalt und Straftaten in der Fanszene bekannt gewesen.