Sechs Monate nach tödlichen Schüssen auf einen 29-jährigen Mann vor einem Döner-Imbiss steht der mutmaßliche Schütze vor dem Landgericht Berlin. Der 66-Jährige soll Mitte November in Berlin-Lichtenberg erst einen 28-Jährigen durch Schüsse verletzt und dann einen 29-Jährigen tödlich getroffen haben. Zu Prozessbeginn hat der Angeklagte zu den Vorwürfen zunächst geschwiegen.
Dem Mann mit armenischer Staatsangehörigkeit wird Totschlag, versuchter Totschlag, gefährliche Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last gelegt. Der Imbiss-Betreiber hatte sich knapp zwei Wochen nach dem Geschehen der Polizei gestellt und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.
Anklage: Unvermittelt eine Schusswaffe gezogen
Laut Ermittlungen war es zunächst vor dem Döner-Imbiss des Angeklagten zu einem Streit gekommen. Der Angeklagte habe unvermittelt eine Schusswaffe gezogen und zweimal auf einen 28-Jährigen geschossen. Der junge Mann habe eine lebensbedrohliche Verletzung im Brustbereich erlitten.
Der 29-Jährige befand sich laut Anklage etwas abseits. Nach den ersten Schüssen versuchten er und weitere Begleiter wegzulaufen. Der 66-Jährige aber habe mindestens einen weiteren Schuss auf die fliehende Gruppe abgefeuert. Der 29-Jährige sei durch das Projektil am Hinterkopf getroffen worden. Er starb wenige Tage später in einem Krankenhaus.
Bei dem Streit sei es wohl um eine Lohnforderung gegangen, hieß es am Rande der Verhandlung. Der 28-Jährige habe für einen früheren Mitarbeiter des Imbiss-Betreibers vermitteln wollen, sie hätten im Vorfeld telefoniert. Es sei um «ein paar hundert Euro gegangen». Der 29-Jährige habe mit den Begleitern eigentlich Billard spielen wollen, sagte einer der Nebenklage-Anwälte. «Er hatte mit dem Streit und mit dem Imbiss nichts zu tun.»
Für den Prozess sind bislang 15 weitere Verhandlungstage bis zum 11. September terminiert.
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