Prozess gegen Kinderarzt geht ohne Öffentlichkeit weiter
Im Missbrauchsprozess gegen einen Kinderarzt ist die Öffentlichkeit am zweiten Verhandlungstag in Potsdam ausgeschlossen worden. Das entschied das Landgericht am Vormittag nach einem Antrag der Verteidigung. Damit solle die Privatsphäre der Betroffenen geschützt werden, wie es hieß. In dem Verfahren geht es um sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Zuhörer und Journalisten mussten den Gerichtssaal verlassen. Der Prozess hatte am Montag begonnen. Der angeklagte 46 Jahre alte Kinderarzt, der an den Havelland Kliniken in Nauen und Rathenow westlich von Berlin arbeitete, gestand jahrelangen Missbrauch. Er wolle damit auch den Betroffenen Aussagen vor Gericht ersparen, hatte er in einer kurzen Erklärung zum Prozessauftakt gesagt. Der Arzt soll Patienten im Krankenhaus, in Kitas und in seiner Wohnung missbraucht haben. Die Anklage legt ihm 130 einzelne Taten zur Last und geht von mehr als 70 Betroffenen aus. Der Angeklagte sitzt seit November 2025 in Untersuchungshaft. Der Strafprozess soll Mitte Dezember zu Ende gehen. «Wir sind erleichtert, dass der Angeklagte die Taten gestanden hat. Das Geständnis schafft Gewissheit», sagte der Geschäftsführer der Havelland Kliniken, Thilo Spychalski. Die Klinikgruppe teilte mit, besorgte Familien könnten sich vertraulich an ein Elterntelefon wenden. Auch die Kinderschutzbeauftragte stehe für Gespräche bereit. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten