Nach jahrelangen Debatten ist der Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg erstmals nachts geschlossen worden. Ab 22.00 Uhr standen am Sonntagabend Polizisten an den Eingängen und ließen Menschen heraus - aber niemanden mehr herein. Später wurden die meisten Eingangstore abgeschlossen, wie die Polizei mitteilte. Die erste Nacht blieb daraufhin ruhig. Es gab «keine nennenswerten Vorkommnisse», hieß es am Morgen.
Zuvor hatten am Abend mehrere hundert Menschen bei einer Demonstration, die zum Teil von einem Vertreter der Grünen moderiert wurde, gegen die angekündigte Schließung protestiert. Sie versammelten sich im Park zu einem Konzert unter dem Motto «Rave against the Zaun».
Auf Transparenten stand «Kai Wegner lügt Dich an». Immer wieder riefen die Demonstranten in Sprechchören: «Der Görli bleibt auf.» Der Regierende Bürgermeister Wegner (CDU) wurde in weiteren Sprechchören als «Lumpensohn» beschimpft, ebenso die Polizei als «Bullenschweine».
Das Geld für die Eingangstore und den Wachschutz im Park solle lieber in soziale Projekte fließen, forderten Redner. Auch zu Beschädigungen der Zäune und Eingangstore wurde aufgerufen. Dennoch verlief alles friedlich. Ein Mensch wurde nach Angaben der Polizei wegen des Verdachts eines tätlichen Angriffs festgenommen.