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Polizeistatistik: mehr Schusswaffen - Messerverbote wirken

Die Berliner Polizei zählte in ihrer Kriminalstatistik mehr Straftaten mit Schusswaffen. (Symbolbild) / Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Die Berliner Polizei zählte in ihrer Kriminalstatistik mehr Straftaten mit Schusswaffen. (Symbolbild) / Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Die Polizei zählte im vergangenen Jahr in ihrer Statistik insgesamt weniger Straftaten. So gab es etwa beim Einsatz von Messern einen Rückgang. Mit Pistolen wurde allerdings öfter gedroht.

Die Berliner Polizei hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Straftaten registriert, bei denen mit Schusswaffen gedroht oder geschossen wurde. Insgesamt erfasste die Polizei 1.119 Fälle (plus 68 Prozent), etwas mehr als die Hälfte waren Drohungen, in 515 Fällen wurde geschossen (2024: 363). Zum Anstieg trug auch die seit 2025 verpflichtende, genauere Erfassung der Waffenverwendung bei. Das geht aus der Kriminalstatistik der Polizei für 2025 hervor, die am Vormittag veröffentlicht wurde. 

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) betonte: «Der deutliche Anstieg bei der Schusswaffenkriminalität ist für mich ein klares Warnsignal. Für illegalen Waffenbesitz und bewaffnete Auseinandersetzungen gilt in Berlin: Null Toleranz.» Wenn Konflikte mit Schusswaffen ausgetragen würden, sei «eine rote Linie überschritten». 

Erst vergangene Nacht waren in Kreuzberg Schüsse gefallen. Dabei wurden zwei Männer verletzt. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar.

Weniger Messer-Straftaten in Verbotszonen

Zugleich erzielten Polizei und Senat mit ihrer Strategie gegen Messerangriffe nach eigener Einschätzung Erfolge. In den drei neuen Waffen- und Messerverbotszonen Görlitzer Park und Kottbusser Tor in Kreuzberg sowie Leopoldplatz in Wedding habe es einen Rückgang von Messertaten zwischen 25 und 45 Prozent gegeben, teilte Spranger (SPD) mit. 

Insgesamt wurden aber 3.599 Fälle im Bereich «Messerangriff» registriert (plus 5,5 Prozent). Etwa die Hälfte waren Drohungen. 1.906 Verdächtige ermittelte die Polizei. 86 Prozent waren männlich, 56 Prozent mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit.

Führerscheinentzug nach Verurteilung wegen Messerangriff

Die Senatorin betonte weiter, vier verurteilten Messerstraftätern seien inzwischen wegen fehlender charakterlicher Eignung der Führerschein entzogen worden. Neun weitere hätten eine medizinisch-psychologische Untersuchung absolvieren müssen. Im Dezember sei fünf Menschen im Rahmen eines Pilotverfahrens das Tragen eines Messers verboten worden. In weiteren 26 Fällen werde ein Trageverbot geprüft.

«Sicherheit in einer wachsenden Metropole wie Berlin bleibt eine Daueraufgabe», so die Senatorin. «Unser Anspruch ist klar: Alle Menschen in dieser Stadt sollen sich im Alltag, in ihren Kiezen und im öffentlichen Raum sicher fühlen.»

Insgesamt 502.743 Straftaten in Polizeistatistik

Insgesamt erfasste die Polizei in ihrer Statistik im vergangenen Jahr 502.743 Straftaten - das waren 36.306 Fälle oder 6,7 Prozent weniger als 2024. Die Aufklärungsquote lag bei 44,9 %. Das meiste davon waren Diebstähle und Einbrüche. Aber eine Rolle spielten auch Internetkriminalität und Drogendelikte. 

Die Zahl der Gewalttaten wie Körperverletzungen lag in der Statistik bei rund 80.500 Fällen. Die Zahl der Opfer von Taten in Partnerschaft und Familie stieg auf 20.160 (plus 5 Prozent). 70 Prozent der Opfer waren Frauen. Gestiegen sind die Zahlen auch, weil Frauen, die Gewalt erleben, eher als früher zur Polizei gehen. Außerdem zählte die Polizei 8.652 Straftaten (plus 16 Prozent) gegen die sexuelle Selbstbestimmung.

Rund 8600 politische Straftaten - Volksverhetzung und Propaganda

Bei den politischen Taten gelangten 8.645 Fälle in die Kriminalstatistik, oft Volksverhetzung, Propagandadelikte oder das Verwenden verfassungswidriger Kennzeichen. Bei antisemitischen Straftaten gab es erneut einen Anstieg, registriert wurden 2.268 Fälle. 

Die offizielle Kriminalstatistik gibt nur einen Teil der tatsächlichen Verbrechen wieder. Viele Diebstähle, Rauschgiftdelikte, Betrügereien und Gewalttaten in Beziehungen und Familien werden nie bei der Polizei angezeigt und tauchen daher auch in keiner Statistik auf.

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