Kriminologin: Prävention hilft gegen Jugendgewalt
Aus Sicht der Professorin für Strafrecht und Kriminologie Kirstin Drenkhahn ist die Jugendgewalt nicht allein mit strafrechtlichen Mitteln zu lösen. «Wir brauchen Jugendhilfe-Maßnahmen», sagte die Professorin an der Freien Universität Berlin im Interview des RBB-Inforadios. Abschreckung helfe nicht, wenn man sich nicht über die Konsequenzen informiere. Man müsse in der Lage sein, nicht nur zu wissen, was richtig und was falsch sei, sondern auch danach zu handeln. Das sehe sie bei jungen Jugendlichen nicht gegeben. Daher sei eine Diskussion über die Senkung des Strafmündigkeitsalters auch nicht zielführend, sagte Drenkhahn dem Sender. Wichtiger sei es, Familien zu stärken und vorbeugend zu arbeiten. Das Problem sei aber, dass Jugendarbeit von den Kommunen finanziert werden müsse, die meist keine Mittel dafür hätten. In mehreren Städten in Brandenburg gab es in letzter Zeit gewalttätige Angriffe von Jugendgruppen. In Frankfurt (Oder) wurde ein 14-Jähriger von etwa zehn Jugendlichen zwischen 13 und 15 Jahren getreten und geschlagen. In Brandenburg an der Havel hatte eine Gruppe Jugendlicher in einem Park zwei 12- und 13-Jährige mit Böllern beworfen. Auch in Potsdam und Cottbus gab es gewalttätige Vorfälle, Potsdam gründete eine Taskforce Jugendgewalt. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten