Nach dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs gegen einen Kinderarzt im brandenburgischen Rathenow will die betroffene Klinik ihre Schutzmechanismen überprüfen. Bei der Untersuchung des Kindes sei das geltende Vier-Augen-Prinzip - wonach zwei Personen anwesend sein müssen - verletzt worden, erklärte die Havelland-Klinikgruppe. Eine interne Aufarbeitung sei eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft prüft mögliche weitere Taten, hält sich mit Verweis auf andauernde Ermittlungen bislang aber bedeckt.
«Die Vorwürfe erschüttern das Vertrauen von Patientinnen und Patienten und ihren Familien», sagte der Ärztliche Direktor, Mike Lehsnau. Ein 45 Jahre alter Kinderarzt soll Anfang November während des Dienstes am Klink-Standort Rathenow ein Kind sexuell missbraucht haben. Nach der Auswertung von sichergestellten Daten gibt es laut Staatsanwaltschaft Anhaltspunkte, dass der Mann noch mehr Kinder missbraucht haben könnte. Bis zur rechtmäßigen Verurteilung gilt jedoch die Unschuldsvermutung.