Viel zu wenige Plätze, viel zu wenige Stellen - Mitarbeitende von Anti-Gewalt-Projekten haben vor dem Rathaus Schöneberg demonstriert. Sie gedachten einer getöteten und einer verletzten Frau und protestierten gegen Missstände in Frauenhäusern und Beratungsstellen, wie die Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG e. V.) mitteilte. «Patriarchale Gewalt ist ein gesellschaftliches Problem und es braucht eine starke solidarische Antwort der Zivilgesellschaft und besonders der Landschaft sozialer Institutionen», schreibt die Organisation. Nach Angaben der Veranstalter kamen 60 bis90 Menschen zusammen.
Die Demonstrierenden fordern unter anderem den bundesweiten Ausbau von Frauenhausplätzen, bezahlbaren Wohnungsbau, therapeutische Angebote für Betroffene. Außerdem sollen Polizei, Richterinnen und Richter sowie Jugendämter verpflichtend zu häuslicher Gewalt fortgebildet werden, die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Justiz und Frauenhäusern zum Schutz hochgefährdeter Frauen und Kinder verbessert und durch Bildungsarbeit an Schulen präventiv gearbeitet werden.
«Sorge um Frauen nicht mehr zumutbar»
Die Zustände im Arbeitsfeld seien nicht mehr tragbar, heißt es von den Organisatorinnen. «Es gibt viel zu wenig Stellen, um den hohen Bedarf an Unterstützung zu decken; die Sorge um die vielen Frauen, die keinen Schutzplatz finden, ist nicht mehr zumutbar.» Deswegen werde zumindest während des Gedenkens an die Verstorbene die Arbeit niedergelegt.
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