Die Integrationsbeauftragte von Berlin-Neukölln, Güner Balcı, sieht queerfeindliche Einstellungen unter konservativen Muslimen weit verbreitet. «Sie sind aber nicht zwangsläufig gewaltbefürwortend», sagte sie im Gespräch mit der «Zeit». «Oft wollen diese Menschen das Thema aus ihrem privaten Leben verbannen und tabuisieren dann gerne, sodass in den Familien über Homosexualität gar nicht gesprochen wird.» Für viele sei das Thema mit Angst und Scham belastet.
Alle konservativ-religiösen Menschen hätten ein Problem mit Homosexualität, völlig egal, um welche Religion es sich handele, meint Balcı. Auch in der Mehrheitsgesellschaft ohne religiöse Hintergründe sei etwa im ländlichen Bereich schnell die Toleranzgrenze erreicht. «Entscheidend aber ist am Ende, ob eine solche Sicht in Bedrohung und Herabsetzung von Betroffenen mündet.»