Der Prozess um mögliche Anschlagspläne gegen die israelische Botschaft in Berlin steht vor dem Abschluss. Die Beweisaufnahme wurde geschlossen und die Bundesanwaltschaft hat eine Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren beantragt, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.
Die oberste Anklagebehörde sieht in dem angeklagten 19-Jährigen einen Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Sie wirft ihm unter anderem Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor.
Der Prozess vor dem Berliner Kammergericht soll am Montag (12. Januar) mit dem Plädoyer der Verteidigung fortgesetzt werden, wie es hieß. Ein Urteil könnte demnach am 16. Januar gesprochen werden.
Der Angeklagte hatte sich zum Prozessauftakt Anfang Dezember reumütig gezeigt und sich vollständig von radikalem Gedankengut distanziert. Einen Anschlag in Deutschland habe er nicht ernsthaft geplant, ließ der 19-Jährige über seine Verteidigerin erklären.
Reise nach Pakistan zum IS geplant
Laut Anklage plante er ab Anfang Februar 2025, einen Anschlag in Deutschland gegen nach seiner Auffassung «Ungläubige» zu begehen. Dabei soll er die israelische Botschaft als Ziel in Betracht gezogen haben.
Parallel zu seinen Anschlagsideen soll der 19-Jährige, der in Österreich geboren wurde und zuletzt in einer Flüchtlingsunterkunft in Potsdam wohnte, für den IS Propagandamaterial übersetzt haben. Am 20. Februar begab er sich zum Flughafen, um nach Pakistan zu reisen. Dort habe er sich dem IS anschließen und militärisch trainieren lassen wollen, so der Vorwurf. Der Mann wurde jedoch festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
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