Die Kugeln treffen Fensterscheiben von Bars und Türen von Restaurants in Berlin. Eine Handgranate explodiert spätnachts in einem leeren Nachtclub in Kreuzberg. Täter feuern auf das Einfamilienhaus eines wohlhabenden Vertreters der türkisch-kurdischen Szene. Immer wieder trifft es auch Menschen, die durch Schüsse verletzt werden. Das Landeskriminalamt (LKA) ist seit vorigem Jahr alarmiert: Die deutsche Hauptstadt ist Schauplatz eines Bandenkriegs, den die organisierte Kriminalität aus der Türkei nach Deutschland getragen hat.
Vor allem bei Ladenbesitzern mit türkischem Hintergrund herrscht Furcht. Berichtet wird von Drohanrufen. Wer kein «Schutzgeld» zahlt, werde bestraft, heißt es. Kaum ein Opfer geht zur Polizei.