Im Prozess um den in Kapstadt vermissten deutschen Urlauber Nick Frischke wird zum zweiten Mal ein mögliches Fehlverhalten der Polizei untersucht. Das Gericht stimmte einem von der Verteidigung geforderten Zwischenverfahren zu. Dabei soll geprüft werden, ob die Polizei die vier Tatverdächtigen nach gesetzlichen Vorschriften verhört hat. Zuvor hatte die Anklage im Amtsgericht Wynberg Videos von Verhören als Beweismittel vorgespielt.
Der aus Döbern in der Nähe von Cottbus stammende Mann gilt seit dem 15. Februar 2023 als vermisst. Vier Tatverdächtige sind angeklagt, den damals 22-Jährigen gewaltsam ausgeraubt zu haben. In ihrem Besitz sind nach Aussagen der Polizei Frischkes Rucksack, Handy und Kreditkarte gefunden worden.
Erst Mitte März hatte das Gericht nach einer mehrwöchigen Untersuchung ein Fehlverhalten der Polizei bei Ermittlungen ausgeschlossen. Damals hatte die Verteidigung der Polizei vorgeworfen, unrechtmäßig in das Haus eines der vier Tatverdächtigen eingedrungen zu sein, um Beweismaterial zu sichern.