Brutale Angriffe von Jugendgruppen schockieren Brandenburg
Gewalttätige Attacken von Jugendgruppen beschäftigen die Menschen in Brandenburg. In Potsdam gibt es nach mehreren Angriffen eine Taskforce Jugendgewalt, am Donnerstag gab es eine Sicherheitskonferenz mit Polizei, Stadt, Ministerium, Staatsanwaltschaft und Schulamt. In Frankfurt (Oder) wurde nach dem brutalen Übergriff auf einen 14-Jährigen ein ähnliches Treffen für den 27. Oktober angesetzt. «Täter müssen Konsequenzen spüren, und zwar gerade jugendliche Täter sehr schnell», sagte Innenminister Jan Redmann (CDU) im RBB. Es werde auch geprüft, ob es die Möglichkeit von Abschiebungen gebe. Im Vordergrund stehe aber das akute Handeln: «Wir machen jetzt erst mal Repression, dass die Gewalt aufhört.» Bei den Sicherheitskonferenzen sitzen Verantwortliche an einem Tisch und gehen laut Minister jene Personen durch, auf die sie aufmerksam wurden, um schnell gemeinsam zu handeln. Die enthemmte Gewalt vor einer Frankfurter Oberschule am Mittwoch hatte tiefes Entsetzen ausgelöst. Etwa zehn Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren hatten auf einen Schüler eingetreten und ihn geschlagen - auch gegen den Kopf und als er bereits am Boden lag. Ihre Taten hatten sie gefilmt und das Video über das Internet verbreitet. «Was einem jungen Menschen hier in Frankfurt (Oder) angetan wurde, macht mich fassungslos», schrieb Oberbürgermeister Axel Strasser (parteilos) bei Instagram. Am Samstag gab es einen weiteren Fall in Brandenburg an der Havel: Nach einem Böller-Angriff sucht die Polizei dort vier Teenager. Eine Gruppe Jugendlicher hatte in einem Park zwei 12- und 13-Jährige mit einem sogenannten Polenböller beworfen, die beiden blieben unverletzt. Als Konsequenz auf die Tat in Frankfurt nahm die Polizei am Tag darauf einen Teil der Tatverdächtigen während des laufenden Schulunterrichts fest. Man habe mit «der dringend gebotenen Entschlossenheit» gehandelt, sagte ein Polizeisprecher. Die Teenager seien in Gewahrsam genommen und erkennungsdienstlich behandelt worden, sagte der Innenminister. Aktuell geht die Polizei von zehn Tatverdächtigen aus. Bei ihnen handelt es sich um Kinder und Jugendliche mit deutscher, polnischer, russischer und syrischer Nationalität. Ihnen wird gefährliche Körperverletzung und Raub vorgeworfen. Die Polizei ging außerdem zu den mutmaßlichen Tätern nach Hause und redete mit deren Eltern. «Sie spricht mit den Erziehungsberechtigten, die sind der erste Ansprechpartner und wir erwarten, dass auch da eine Reaktion erfolgt», sagte Redmann. «Man hat Verantwortung für seine Kinder, und wenn Kinder Straftaten begehen, erwarte ich auch von den Eltern, dass sie entsprechend handeln.» In Potsdam wurden seit 2024 dem Innenminister zufolge vermehrt migrantisch geprägte Jugendgruppen polizeilich auffällig. Jugendliche sollen mehrere Gewalttaten begangen und ihre Opfer auch verletzt haben. Die Polizei hatte mitgeteilt, dass es sich nicht um eine «fest strukturierte Jugendbande» handele, sondern die Taten meist von losen Gruppierungen begangen würden. Zwei Tatverdächtige verhaftete die Polizei in dieser Woche. Sie sind 15 und 17 Jahre alt. Hintergrund ist den Angaben zufolge ein Fall von Landfriedenbruchs in Berlin-Kohlhasenbrück im Ortsteil Wannsee. Zudem seien neun Jugendliche im Alter von 14 und 17 Jahren erkennungsdienstlich erfasst worden. Eine extra eingerichtete Ermittlungsgruppe geht gegen Jugendliche vor, die in Potsdam und im Grenzgebiet zu Berlin Straftaten begangen haben sollen. Auch in Cottbus gab es zuletzt Gewaltexzesse an Schulen - deswegen kam sogar Sicherheitspersonal an mindestens einer Schule zum Einsatz. Schüler wurden aus Sicherheitsgründen von der Schule genommen. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenVideo von einem Übergriff vor einer Frankfurter Schule
Innenminister: Erwarten eine Reaktion von den Eltern
Jugendgruppen in Potsdam unterwegs - zwei Verhaftungen