Zwei Menschen aus einem Seniorenwohnhaus in Berlin-Tegel sind infolge eines Legionellen-Befalls gestorben. Der Befall war aufgefallen, weil fünf Mieter ins Krankenhaus kamen. Bislang ist nicht klar, ob die Krankenhausaufenthalte und Todesursachen im direkten Zusammenhang mit den Legionellen stehen, wie die landeseigenen Wohnungsgesellschaft Berlinovo mitteilt. Was sind Legionellen überhaupt, wie steckt man sich an und wer ist besonders gefährdet? Einige Fragen und Antworten im Überblick.
Von Mensch zu Mensch werden Legionellen in der Regel nicht übertragen. Dem Robert Koch-Institut (RKI) ist nur ein Fall bekannt, in dem eine direkte Übertragung zwischen Menschen stattfand.
Wie äußert sich die Krankheit?
Erkrankungen durch Legionellen äußern sich entweder als sogenannte Legionärskrankheit oder als Pontiac-Fieber. Die Legionärskrankheit ist laut RKI eine schwere Form der Lungenentzündung, die sich klinisch nicht von anderen Formen der Lungenentzündung unterscheidet. Außerdem könnten Verwirrtheit, Bauchschmerzen und Durchfall vorkommen.
Das Pontiac-Fieber ist ein akuter Infekt mit Fieber. Meistens treten laut RKI grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Schmerzen im Brustkorb und trockener Husten auf.
Wie häufig erkranken Menschen an Legionellen?
In Berlin wurden dem Lageso dieses Jahr bislang 54 Fälle übermittelt. Das seien weniger Fälle als der Mittelwert des entsprechenden Zeitraums der vergangenen fünf Jahre (61). Im gesamten Jahr 2025 gab es den Angaben nach 140 Fälle. In den Jahren zuvor schwankten die Infektionszahlen zwischen minimal rund 100 und maximal rund 150 Fällen pro Jahr.
Deutschlandweit wurden dem RKI dieses Jahr bislang 977 Fälle gemeldet. In den drei Jahren zuvor waren es das gesamte Jahr über jeweils um die 2.200 Fälle.