Die Zahnärzte in Brandenburg befürchten angesichts von Bürokratie und Überalterung in den kommenden Jahren einen drohenden Ärztemangel. «Sie müssen damit rechnen, dass wir innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre 25 Prozent der Zahnärzte verlieren werden», sagte der Vorstandschef der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Brandenburg, Eberhard Steglich, am Freitag in Potsdam. «Die werden wir auch nicht wieder nachfüllen können.» Es bahne sich auch ein Mangel an Zahnarzthelferinnen und -helfern an. Er schlug vor, dass es für angehende Zahnärzte bei einer Verpflichtung zur Arbeit auf dem Land eine Förderung im Studium mit Stipendien gibt - ähnlich wie für künftige Landärzte.
Die Zahnärzte klagen über zu viel Bürokratie vor allem von der Europäischen Union. Der Präsident der Landeszahnärztekammer, Jürgen Herbert aus Cottbus, zeigte sich besorgt, dass kein Nachwuchs mehr nach Brandenburg kommt, «weil wir von Bürokratie erschlagen werden». Er nannte als Beispiele die Vorgaben für die Reinigung, Desinfektion und Sterilisation medizinischer Instrumente sowie für barrierefreie Praxen. Dazu kommt ein hohes Durchschnittsalter: Ein Viertel der Kolleginnen und Kollegen sei über 60 Jahre alt und werde in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Die Zahnärzte planen keinen Protest, aber eine Informationskampagne. Sie betonten, es gehe ihnen nicht um Geld.