Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Wegen des Konsums illegaler Substanzen starben im vergangenen Jahr 2227 Menschen und damit 237 mehr als 2022, wie der Bundesdrogenbeauftragte Burkhard Blienert (SPD) am Mittwoch mitteilte. Dies sei die höchste bisher je registrierte Zahl. Einen starken Anstieg gab es bei Kokain und Crack. Häufigste Todesursache waren weiterhin Fälle in Zusammenhang mit Heroin. Immer mehr Konsumenten nehmen vermischt mehrere Drogen. Blienert forderte eine bundesweit stärkere Vorbeugungsarbeit und ein Eindämmen auch von Alkohol und Tabak.
Die Zahlen seien erschreckend und lägen nun etwa doppelt so hoch wie vor zehn Jahren, sagte der Beauftragte der Bundesregierung bei einem Besuch in dem Drogenkonsumraum «Birkenstube» in Berlin-Moabit. «Es ist vieles erhältlich, was stark wirkt, was tödlich wirkt und was in vielen Bereichen im Mischkonsum ganz schnell zu Todesfällen führen kann.» Dabei wisse man durch Erfahrungen aus der Praxis, «dass viele Substanzen billiger sind als manches Glas Bier». Gebraucht würden «ganz konkrete Fortschritte bei der Prävention und sozialen Hilfe vor Ort».