Frauen machen die Hälfte der Weltbevölkerung aus. Trotzdem sind sie etwa in Spitzenpositionen in Politik oder Wirtschaft oft unterrepräsentiert – und auch in der Forschung. Das gilt nicht nur für den Wissenschaftsbereich selbst, sondern auch mit Blick auf das, was erforscht wird – und wie.
Jahrzehntelang basierten wissenschaftliche sowie medizinische Standards auf dem männlichen Körper – «genauer gesagt auf dem durchschnittlichen weißen Mann», sagt Nigina Muntean. Sie leitet die Innovationsabteilung des UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA), der Organisation der Vereinten Nationen für sexuelle und reproduktive Gesundheit. In Berlin wurde im Rahmen eines UNFPA-Programms im vergangenen Jahr mit Unterstützung von Charité und Berlin Institute of Health ein Zentrum mit dem Ziel gegründet, die Gesundheit von Frauen zu fördern.
«Diese Messgrößen bilden noch immer die Grundlage für einen Großteil der heutigen Forschung, Produktentwicklung und sogar Schutzausrüstung», erklärt die promovierte Ärztin mit Spezialisierung in Geburtshilfe und Gynäkologie im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. So gibt es eine Reihe von Beispielen, bei denen das Geschlecht immer noch einen Unterschied macht.