Für junge Erwachsene mit lebensverkürzenden Krankheiten gibt es nach Einschätzung von Fachleuten im Hospiz-System keine passende Begleitung. Durch medizinischen Fortschritt lebten viele Menschen mit Erkrankungen, die früher im Kindesalter tödlich waren, heute deutlich länger, erklärt Nils Groß von der Björn Schulz Stiftung, die das Hospiz Sonnenhof für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Berlin führt. «Sie fallen dann aber aus dem Begleitungsalter der Kinderhospizarbeit raus.» Das liegt bei 0 bis 27 Jahren.
Gleichzeitig kämen Hospize für Erwachsene nicht infrage, weil dort im Gegensatz zu Kinderhospizen nur Menschen begleitet würden, denen ihre letzten Lebenstage bevor stünden. Viele junge Menschen mit einer entsprechenden Erkrankung hätten aber einen klaren Lebenswunsch und lebten zum Teil noch Jahre mit der Krankheit, manche mit einer guten Lebensqualität, so Groß. «Viele wollen gerne ausziehen von zu Hause, eine eigene Wohnung, studieren, eine Ausbildung machen, arbeiten.» Unterstützung benötigen viele aber weiterhin.