Rund ein Jahr nach der Teillegalisierung von Cannabis wollen die Berliner Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln den Verkauf der Droge über mehrere Fachgeschäfte beginnen lassen. Möglich werden soll das über ein Modellprojekt, das wissenschaftlich begleitet wird und im nächsten Sommer starten soll. Kunden, die Cannabis kaufen wollen, müssen an der wissenschaftlichen Studie teilnehmen und sich registrieren lassen, kündigten die Bezirke an.
Ziel Verkaufsbeginn im Sommer 2025
Die beiden Bezirke, die Humboldt-Universität und die Firma Sanity Group, die sonst vor allem Cannabis als Medikament vertreibt, unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung. Der Antrag zur Genehmigung des Vorhabens soll so bald wie möglich bei der zuständigen Behörde des Bundes eingereicht werden. Der Beginn des Verkaufs könnte im nächsten Sommer sein, hieß es.
Mindestens 2.000 registrierte Cannabis-Konsumenten brauche man für die Studie, sagte Professor Christian Ulrichs von der Humboldt-Uni. Es könnten aber auch deutlich mehr sein.
Mit dem Verkauf über offizielle Geschäfte wolle man mehrere Ziele erreichen, sagten die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Clara Herrmann (Grüne), der Neuköllner Gesundheits-Stadtrat Hannes Rehfeldt (CDU) und Finn Hänsel von Sanity Group.
Cannabis in bester Qualität statt verunreinigtem Stoff
Man wolle die Drogenkonsumenten mit Cannabis von besserer Qualität versorgen, weil das Produkt aus dem Straßenverkauf oft verunreinigt sei. Angeboten werden soll nicht nur Marihuana, sondern auch Cannabis in anderen Formen, die nicht geraucht werden.
Außerdem solle der kriminelle Schwarzmarkt reduziert werden. Und zudem will man Erkenntnisse über die Auswirkungen des legalen Verkaufs gewinnen. Die beiden Bezirke hätten zusammen etwa 700.000 Einwohner, man gehen davon aus, dass etwa zehn Prozent Cannabis konsumieren würden, also 70.000 Menschen. «Wir sehen den Bedarf», sagte Rehfeldt.
Etwa zeitgleich sollen ähnliche Projekte auch in Frankfurt a. M. und Hannover beginnen, beide ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Firma Sanity Group, die den Verkauf betreibt.
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