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Ärztemangel in Brandenburg: Hoher Altersdurchschnitt und regionale Versorgungslücken

Ärztemangel in Brandenburg: Hoher Altersdurchschnitt und regionale Versorgungslücken
In Brandenburg fehlen vor allem Haus- und Zahnärzte. (Archivbild) / Foto: Patrick Pleul/dpa
In Brandenburg mangelt es an Ärzten besonders. Die ältesten Mediziner sind weit über 80 Jahre alt - in welcher Fachrichtung ist das Durchschnittsalter besonders hoch?

In Brandenburg herrscht akuter Ärztemangel - das zeigt sich auch am Alter der Mediziner. Der älteste der 1.676 Hausärzte sei 89 Jahre alt, die ältesten Nervenärzte und Psychotherapeuten seien je 86 Jahre alt, heißt es in einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der AfD-Abgeordneten Daniela Oeynhausen. Hausärzte oder Hausärztinnen sind im Schnitt fast 55 Jahre alt, Transfusionsmediziner, die Blutspender betreuen, 62. Das Ministerium beruft sich auf Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) von Ende 2025.

Der Grad der Versorgung lag Ende Juni bei den Hausärzten in vielen Regionen unter 100 Prozent: Am niedrigsten war der Wert laut KVBB in Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming) mit knapp 62 Prozent, gefolgt von Spremberg (Spree-Neiße) mit 68 Prozent und Schönfeld-Wildau (Dahme-Spreewald) mit 72 Prozent. Zugleich gab es aber auch Überversorgung: Im Raum Elsterwerda/Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) und Erkner (Oder-Spree) lag der Grad bei je 117 Prozent, in Potsdam bei knapp 113 Prozent.

Mangel an Zahnärzten

Auch bei Zahnärzten herrscht ein Defizit - vor allem auf dem Land. Der Grad der Versorgung liege im Landkreis Spree-Neiße bei 73 Prozent, im Barnim und im Havelland bei knapp 77, wie aus der Antwort des Ministeriums hervorgeht. Nur in Frankfurt (Oder), Potsdam und Brandenburg an der Havel sowie im Kreis Elbe-Elster liegt die Versorgung demnach bei über 100 Prozent. Das Ministerium beruft sich auf Daten der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Land Brandenburg (KZVLB).

Das Durchschnittsalter der Vertragszahnärzte lag zuletzt bei 54 Jahren. Den Zahlen der KZVB zufolge sind 154 Praxisinhaberinnen und -inhaber in Brandenburg 66 bis 72 Jahre alt, 16 sind 73 bis 79 Jahre alt und drei sind 80 Jahre und älter. Der älteste praktizierende Vertragszahnarzt sei 85 Jahre alt. Landesweit gab es Ende Juni 1.142 niedergelassene Vertragszahnärzte, darunter knapp 55 Prozent Frauen.

Einführung einer Landarztquote beschlossen

Die rot-schwarze Landesregierung will dem Ärztemangel entgegentreten, zum Beispiel mit der Errichtung der Medizinischen Universität Lausitz in Cottbus, wo im Oktober die ersten Studentinnen und Studenten starten. Der Landtag beschloss in der vergangenen Woche die Einführung einer Landarztquote, mit der voraussichtlich zehn Prozent der Erstsemester-Studienplätze der Medizin-Uni für angehende Landärzte reserviert werden, die sich zur späteren Tätigkeit in Brandenburg verpflichten - das wären bis zu vier. Zudem gibt es Stipendien für Landärzte.

Die AfD hält die Maßnahmen für zu gering. «Vier Landarztplätze sind angesichts der bevorstehenden Ruhestandswelle ein Tropfen auf den heißen Stein», sagte Landeschef René Springer. Der «Tagesspiegel» berichtete zuvor über das Ärztedefizit.

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