Es geht um die Zukunft einer Berliner Party- und Kulturinstitution mit bundesweiter Strahlkraft: das RAW-Gelände direkt neben der Warschauer Brücke in Friedrichshain. Einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, sollen das Gelände teils kurzfristig räumen, andere neue Verträge erhalten. Dagegen haben nun einige Dutzend Menschen auf dem Kurfürstendamm protestiert, mit Live-Musik und kämpferischen Appellen. Die Aktion unter dem Motto «RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben» fand vor dem Büro der Kurth-Gruppe statt, der das sieben Hektar große Gelände gehört.
Auf der ehemaligen Industriebrache, dem früheren Reichsbahnausbesserungswerk (RAW), sind in teils baufällig anmutenden Hallen und Gebäuden Dutzende Clubs, Kneipen, Ateliers sowie Sport- und Kulturangebote zu Hause. Hintergrund des aktuellen Streits ist, dass der private Eigentümer Mitte Juni überraschend die Verhandlungen mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und dem Senat über die planungsrechtliche Entwicklung für gescheitert erklärt hat.