Die Polizei räumt das seit fast neun Monaten bestehende Protestcamp von Tesla-Gegnern im Wald nahe der Autofabrik in Grünheide bei Berlin. Wie das Polizeipräsidium mitteilte, wird die Versammlung wegen massiver Verstöße gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung komplett aufgelöst. Seit Ende Februar halten Umweltaktivisten ein Waldstück in Grünheide besetzt und errichteten zahlreiche Baumhäuser. Sie protestieren gegen das einzige europäische Autowerk des US-Unternehmens Tesla, das vom Milliardär Elon Musk geführt wird.
Polizei spricht von massiven Straftaten der Tesla-Gegner im Camp
Es seien während der gesamten Versammlung massive Straftaten zu verzeichnen gewesen, vor allem Verstöße gegen Versammlungsauflagen in den vergangenen beiden Tagen, sagte Polizei-Sprecherin Beate Kardels. Zudem rechnete die Polizei künftig mit einer weiteren Besetzung von Umweltaktivisten, um die anstehende Kampfmittel-Absuche auf dem Gelände zu verhindern.
Kaum vergleichbar mit Räumung vor Jahren im Hambacher Forst
Mit Bildern wie sie aus dem Hambacher Forst 2018 in Nordrhein-Westfalen zu sehen waren, ist der Einsatz der Polizei kaum zu vergleichen. Die drohende Zerstörung des Waldes mobilisierte damals großen Widerstand - es ging um den Abbau von Braunkohle. Die Polizei rückte in einem Großeinsatz mit Wasserwerfern und anderem schwerem Gerät an. Sie brauchte Wochen, um Baumhäuser abzumontieren und das Lager der Aktivisten aufzulösen. Ein Mann war während der Räumung aus großer Höhe von einer Hängebrücke gestürzt und gestorben.