Logo DieBrandenburger News
Nachrichten / Gesellschaft

Lichtermeer in Berlin: Protest gegen Rechtsruck und für Demokratie

Lichtermeer in Berlin: Protest gegen Rechtsruck und für Demokratie
Mit einem «Lichtermeer» demonstrieren Tausende am Brandenburger Tor gegen Rechtspopulisten. / Foto: Monika Wendel/dpa
Von: DieBrandenburger News
Mit Lampen und Leuchten wollen Menschen in Berlin ein Zeichen gegen Rechtspopulismus setzen. Einer der Organisatoren richtet einen klaren Appell an Friedrich Merz.

Mit Lampen und Lichterketten haben Zehntausende Menschen am Brandenburger Tor in Berlin gegen einen Rechtsruck und für die Demokratie demonstriert. Das «Lichtermeer» richtete sich gegen ein Erstarken der AfD und anderer rechter Parteien in Europa, gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump und den Einfluss des Tech-Milliardärs Elon Musk. Die Polizei sprach von bis zu 35.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Veranstalter schätzten die Menge auf 100.000 Menschen. Zwischenfälle wurden nicht gemeldet. 

Die Brandmauer der demokratischen Parteien gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD müsse halten, forderte Christoph Bautz, Gründer der Organisation Campact und einer der Initiatoren der Demonstration. Er appellierte an Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz. Wenn dieser bei Migrationsfragen eine gemeinsame Mehrheit mit der AfD suche, dann «bricht in diesem Land ein Aufstand der Anständigen los», meinte Bautz. 

Mehr aus dieser Kategorie

«Sie haben Hass, wir haben Haltung»

Klimaaktivistin Luisa Neubauer von Fridays for Future, die ebenfalls zur Demonstration aufgerufen hatte, sagte in ihrer Rede mehrfach: «Sie haben Hass, wir haben Haltung.» Antidemokraten wollten die Demokratie und den Planeten in Flammen sehen, meinte Neubauer. «Wer Rassismus befeuert, wer gegen Klimaschutz hetzt, der macht nicht einfach Wahlkampf, der gefährdet Menschenleben.»

Etliche Plakate richteten sich gegen die AfD, so etwa die Aufschrift: «Die AfD ist alternativlos blöde». Einige Demonstranten skandierten: «Wir sind die Brandmauer.» Sie ließen gemeinsam Handykameras aufleuchten und sangen «Wehrt euch, leistet Widerstand». In der Menge standen viele Familien mit Kindern. 

«Nicht schweigen»

Die Präses der Synode der Evangelischen Kirchen in Deutschland, Anna-Nicole Heinrich, betonte, Gott habe allen Menschen die gleiche Würde geschenkt. «Deswegen schweigen wir nicht, wenn Menschen ausgegrenzt, angegriffen oder bedroht werden», erklärte Heinrich. «Deswegen leisten wir Widerstand, wenn jemand die Demokratie attackiert.» Kirchen blieben Zufluchtsorte. An Politikerinnen und Politiker appellierte sie, im Wahlkampf nicht die Fakten zu verdrehen.

Die Organisatoren forderten unter anderem, alles für ein Verbot «verfassungsfeindlicher Strukturen» zu unternehmen. Die Bundesregierung müsse sich zudem dafür einsetzen, Hass und Lügen auf sozialen Netzwerken zu stoppen. Der Klimakrise müssten massive und sozial gerechte Investitionen entgegengesetzt werden.

Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

DieBrandenburger News
Artikel von

DieBrandenburger News

DieBrandenburger News ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.